Fasten:
Methoden und Vorurteile

Wo Fasten überhaupt herkommt und wie unsere Gesundheit davon profitieren kann.

Früher war Fasten eher ein religiöser Brauch, es wurde eine gewisse Zeit auf bestimmte Lebensmittel verzichtet, ganz bewusst und freiwillig.
Viele Menschen fasten heutzutage nur noch zwischen Fasching und Ostern. 40 Tage wird gefastet.
In einigen Religionen bedeutet das Fasten Reinigung der Seele.
Böses sollte mit dem Fasten abgewehrt werden. Man tat dadurch Buße und als Belohnung erhielt man dann die Erleuchtung oder Erlösung.
Viele sehen Fasten als eine Art Neubeginn. Mittlerweile gibt es viele verschiedene Gründe und Methoden zu Fasten. Es geht dabei längst nicht mehr nur um bestimmte Lebensmittel wie Süßes oder Fleisch oder gewisse Getränke wie Alkohol. 

Vielmehr wird immer öfter auch auf Luxusgüter beispielsweise auf die Zigarette, auf gewisse Medien, Smartphones, Tablets, Shopping und Co verzichtet. Sogar auf das geliebte Auto, wird eine gewisse Zeit gerne verzichtet.

Das bekannteste und gängigste Fasten ist das Intervallfasten

Hier geht es nicht um eine Art Heilfasten. Es handelt sich dabei eher um einen festen Essrhythmus. Es gibt bei zwei verschiedene Methoden, die den meisten bekannt sind.
Das ist ist die Methode 5:2 und die beliebtere Methode ist das 16:8 Fasten.

Die Zahlen stehen beim 5:2 für Tage, d. h. hier wird 5 Tage gegessen und 2 Tage gefastet. Dabei sollten die 2 Fastentage nicht aufeinander folgen.

Beim 16:8 stehen die Zahlen für Stunden. Es wird 16 Stunden gefastet, also nichts gegessen und auch keine Getränke verzehrt, die den Blutzucker beeinflussen und 8 Stunden darf gegessen werden. 

Es handelt sich hierbei nicht um eine Diät, man muss in der Regel auch keine Kalorien zählen oder auf Lebensmittel verzichten, sollte aber dennoch darauf achten, dass man es nicht übertreibt. Wer täglich in den 8 Stunden beispielsweise sehr viel mehr Kalorien zu sich nimmt, als er bräuchte, der wird langfristig gesehen keine Gewichtsabnahme und auch keine positiven gesundheitlichen Folgen damit erzielen.

Fakt ist: Der Grundumsatz erhöht sich bei vielen Personen, wenn man über einen längeren Zeitraum diesen Essrhythmus 16:8 einhält und so fällt es dann oftmals nicht ganz so stark ins Gewicht, wenn man mal etwas über die Stränge schlägt.

Viele, die das intermittierende Fasten für sich entdeckt haben, wollen schlanker, gesünder und leistungsfähiger sein. Was damit durchaus möglich ist, denn die Energie, die sonst für die Verdauung aufgebracht werden muss, kann durch die langen Esspausen für andere Aktivitäten genutzt werden.

Wie kann so ein Fastentag bei der Methode 16:8 aussehen?

Wie bereits erklärt, wird 16 Stunden gefastet, der Schlaf ist darin beinhaltet. 8 Stunden darf man essen.

Eine Möglichkeit wäre, dass man morgens gegen 9 Uhr frühstückt, um 13 Uhr Mittag isst und gegen 17 Uhr die letzte Mahlzeit zu sich nimmt.

Wer kein Frühstücksmensch ist, der darf auch gerne erst gegen Mittag anfangen zu essen. Dann folgt die erst Mahlzeit beispielsweise um 12 Uhr, das bedeutet um 20 Uhr gibt es die letzte Mahlzeit.

Empfohlen wird: 2-3 Mahlzeiten in den 8 Stunden. Langsam und bewusst essen und vor allem das zu essen, was einem schmeckt. Es ist, wie bereits erwähnt, ja keine Diät! Hier gibt es keine Verbote, wenn man auf ein einigermaßen ausgewogenen Verhältnis achtet. 

Ideal ist es, wenn man auf das Abendessen verzichten kann, man nennt das auch Dinner-Cancelling. 

Man sollte darauf verzichten, 8 Stunden durchgehend zu essen, das ist zwar möglich und funktioniert auch je nach Kalorien-Aufnahme, aber ich empfehle dennoch in den 8 Stunde gewisse Esspausen zu machen. Das ist jedoch nur meine eigene Erkenntnis und Empfehlung.

Du solltest in jedem Fall das Intervallfasten oder intermittierende Fasten für dich sich selbst testen und herausfinden, welche Esszeiten zur dir passen.

Was versteht man unter Heilfasten?

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Das sogenannte Heilfasten soll unseren Körper „entrümpeln“ und unsere Seele reinigen. Hierzu wird meist zwischen 5 bis 35 Tagen auf feste Nahrung verzichtet. Erlaubt sind in dieser Zeit, je nach Fasten-Methode, nur Gemüsebrühe, Säfte, Tees und Wasser. 

Wer jetzt denkt, dass man in dieser Zeit nur müde und schlapp ist, der liegt damit leider falsch, denn unser Körper, je nach Körpergröße und Gewicht ist durchaus in der Lage über einen relativ langen Zeitraum aus unseren Reserven zu leben. 

Stell dir mal vor, die Menschen in der Steinzeit wären nach einigen Tagen ohne zu essen nicht mehr in der Lage gewesen zu jagen, weil sie sich müde, schlapp oder schlecht gelaunt gefühlt hätten!? Dann würde es wohl heute keinen einzigen Menschen mehr geben, nicht wahr? 

Es wurde sogar bestätigt, dass eine längere Hungerphase auf uns Menschen wie ein Stimmungshoch wirkt. Man spricht auch vom Fasten-Hoch oder der Fasten-Euphorie. 

Die Energie gewinnt der Körper beim Fasten zunächst aus den Kohlenhydraten, die hauptsächlich in der Leber und in den Muskelzellen gespeichert werden, danach werden unsere Fett-Reserven angegangen. 

Kleiner Nebeneffekt ist, dass die meisten dadurch auch Gewicht verlieren. Das ist aber für viele Fastenden durchaus ein positiver Nebeneffekt und sorgt ebenfalls für gute Laune.


Hier erwartet dich ein spannendes Interview mit Isabel Garcia zum Thema Fasten mit Lipödem. Isabel hat schon mehrfach gefastet und spricht über ihre Erfahrungen, Auswirkungen und die verschiedenen -Fasten-Methoden.

Hier erwartet dich ein spannendes Interview mit Isabel Garcia zum Thema Fasten mit Lipödem. Isabel hat schon mehrfach gefastet und spricht über ihre Erfahrungen, Auswirkungen und die verschiedenen -Fasten-Methoden.

Weitere Gründe, warum wir fasten

Beim Fasten geht es um Disziplin, denn mal eben mehrere Tage oder Wochen gar nichts zu essen ist für viele eine Art Herausforderung. 

Fasten hilft auch alte Essgewohnheiten zu durchbrechen. 

In den meisten Fällen wird Fasten aber aus gesundheitlichen Gründen gemacht. Egal, ob wir den Körper einfach nur entgiften und eine Zeit lang entlasten oder ein paar Kilo verlieren wollen, es führt in jedem Fall zu neuen Erkenntnissen und nicht selten zu einer neuen Lebensordnung.

Der Fasten-Nutzen

Wer über einen längeren Zeitraum fastet, der aktiviert bestimmte Körperzellen, die bisher kaum zum Einsatz kamen.
Man sagt, dass Fasten Entzündungen lindern kann. Rheuma ist eine der bekanntesten Krankheiten, die durch Fasten gelindert werden kann.
Fasten soll den Blutdruck senken und neuste Forschungen zeigen sogar, dass es bei Krebs helfen soll. 

Kurz gesagt: Fasten aktiviert spezielle Reinigungsmechanismen und Selbstheilungskräfte in unserem Körper und wirkt wie eine Müllabfuhr oder ein Recyclingsystem auf viele unserer Zellen, nicht nur unseren Magen-Darm-Trakt.

Was kann durch Fasten alles beeinflusst werden?

urch Fasten können diverse Krankheiten positiv beeinflusst werden. Chronische Schmerzen und dazu gehört unter anderem das bereits erwähnte Rheuma, Migräne, Schuppenflechte, Fibromyalgie, Magen- und Darmprobleme, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Schlafstörungen, Diabetes, Fettleibigkeit, Harnwegsentzündungen, allgemein Entzündungen und psychosomatische Störungen aller Art können damit positiv beeinflusst werden. 

Über das Lipödem und die damit verbunden gesundheitlichen Probleme, vor allem die Empfindlichkeit und den Schmerz in den Beinen habe ich während meinen Recherchen nicht viel gefunden. Vielleicht hat das noch niemand so richtig getestet und veröffentlicht? Wer weiss…

Fakt ist: Es kann nicht schaden und ich werde es auf jeden Fall als Selbstversuch für mich selbst testen. Der Gedanke mit dem Klinikaufenthalt für Fasten-Interessierte gefällt mir zunehmend besser.

Fasten wirkt sich auch auf unseren Blutdruck aus. Viele, die an Bluthochdruck leiden können während und nach dem Fasten die Medikamente stark reduzieren oder sogar komplett weglassen. 

Bei Diabetikern mit Typ 2 Diabetes wirkt sich Fasten auf die Insulinausschüttung aus, es wird deutlich weniger davon benötigt und auch hier kann nicht selten die Medikamenten-Dosis drastisch reduziert werden. 

Insulin gilt als Masthormon, es senkt den Blutzucker, fördert aber auch eine Gewichtszunahme. Die Hauptaufgabe von Insulin ist es Glukose aus dem Blut in die Zellen zu bringen, damit diese aus Zucker Energie gewinnen können. 

Bei Insulinresistenz, woran viele stark Übergewichte und Typ 2 Diabetiker oftmals leiden, reagieren die Zellen nicht mehr auf das körpereigene Insulin, Zucker kann nicht mehr in die Zellen eingeschleust werden und bleibt im Blut, also wird noch mehr Insulin ausgeschüttet… Der Zucker kann nicht effektiv „weggeräumt“ werden und so kann es, wie erwähnt, eine Gewichtszunahme fördern und beim Abnehmen extrem hindern. Außerdem fördert Insulin Entzündungen und die Zellalterung.
Ein Teufelskreis!
Fasten kann diesen Teufelskreis durchbrechen, man nimmt ab, sensibilisiert die Zellen wieder für Insulin und benötigt folglich deutlich weniger Medikamente! Es gibt mittlerweile weit über 8 Millionen Typ 2 Diabetiker, die mit Sicherheit staunen würden, wenn sie sich auf das Thema Fasten einließen. 

Für Diabetiker, egal welcher Typ, sollte Fasten immer unter ärztlicher Anleitung erfolgen. 

Ich bin selbst seit meinem 11. Lebensjahr Typ 1 Diabetiker und muss Insulin spritzen, was die ganze Fasten-Geschichte nochmal etwas komplexer macht. Deswegen bitte immer vorher Rücksprache mit dem Arzt halten!

Mögliche Nebenwirkungen durch Fasten

Die ersten Fastentage sind machmal etwas gemein. Viele Fastende klagen über Kopfschmerzen, Schwindel, Kreislaufprobleme, Krämpfe oder allgemeine Schlappheit. Das ist völlig normal, der Körper stellt sich um und wer vor dem Fasten einen eher ungesunden oder nicht gerade ausgeglichen Lebensstil verfolgt hat, beispielsweise viel Kaffee konsumiert hat, der könnte die ersten Tage von Kopfschmerzen etwas geplagt werden. Man spricht vom Koffeinentzug und der äußert sich bei den meisten eben in Form von Kopfschmerzen.

Durchhalten, denn auch das geht meist nach Tag 3 vorbei. Ganz wichtig ist dabei positiv zu bleiben und vor allem ausreichend viel zu trinken. So kommt man ganz gut durch die ersten schwierigeren Tage.

Die Klimaanlage auf dem Kopf, wie ich sie so schön nenne. Was meine ich damit? Unsere Haare natürlich. Wenn man schwitzt, dann kleben sie am Hals und im Nacken. Das ist total unangenehm. Ich bevorzuge die Methode entweder Haare im Sommer kurz halten oder, aktuell züchte ich sie wieder lang, zusammenbinden, so gut es eben geht. Das macht schon eine Menge aus. Einfach selbst mal testen...

Nicht fasten sollten:

Schwangere, stillende Mütter, untergewichtige Menschen und beispielsweise Personen, die an einer Leber- und Niereninsuffizienz leiden.

Ich empfehle, vor allem bei längerem Fasten, unbedingt vorher mit dem Arzt zu sprechen und sich ggf. einem körperlichen Check-Up zu unterziehen, damit man auch tatsächlich „grünes Licht“ für die Fastenzeit hat.

Buchinger Fasten - eine von vielen Heilfasten-Methoden

Beim Buchinger Fasten gibt es zu Beginn 2-3 Entlastungstage. Es wird zu leicht verdaulichem Obst, Gemüse oder auch Reis gegriffen. 

Am ersten Fastentag wird dann die Darmreinigung durchgeführt. Meist wird hier Glaubersalz verwendet und im weiteren Fasten-Verlauf wird alle 2 Tage empfohlen ein Einlauf zu machen. 

Für viele ist die Darmreinigung eine unangenehme Geschichte, dennoch wichtig für einen guten Start und ein „sauberes“ Ergebnis während der Fastenkur. 

Wenn keine Nahrung mehr im Darm ist, dann wird dieser auch nicht mehr mit Verdauen belastet und wenn der Darm entleert ist, dann haben wir weniger Hunger. Das Signal „Bitte Nachschub liefern“, im Sinne von erneuter Nahrungsaufnahme, wird durch die Darmentleerung wesentlich geringer und es fällt leichter auf Nahrung zu verzichten.

Während des Buchinger Fastens wird nur Wasser, Tee und stark verdünnte Obst- oder Gemüsesäfte sowie Gemüsebrühe konsumiert.

Zu Beginn kann man das Fasten mal für 5-7 Tage probieren, wer darin geübt ist, der kann 3-6 Wochen fasten und damit tolle gesundheitliche Ergebnisse erzielen. 

Nach dem Fasten folgt das Fastenbrechen und die sogenannten Aufbautage, so dass der Stoffwechsel und die Verdauung langsam wieder an Nahrung gewöhnt werden.

Wer noch nie gefastet hat und es sich auch nicht zutraut, es aber gerne ausprobieren möchte, der kann dafür in eine Fasten-Klinik gehen und dort unter Anleitung fasten. In Gesellschaft und unter ärztlicher Aufsicht ist man bestens aufgehoben und muss keine Angst haben.

Es wird mittlerweile sogar Fastenwandern angeboten und der Trend, sich im Urlaub mit Fasten zu regenerieren, wächst stetig.

Hier habe ich meine 17 Top-Tipps zusammengefasst.

Mein Fazit: 

Warum es nicht einfach mal versuchen? Egal, ob du dich gleich für das Heilfasten entscheidest oder erst einmal mit Intervallfasten beginnst. Natürlich wird es nicht immer leicht sein und ja, vielleicht könntest du scheitern, aufgeben und merken, dass du es doch nicht schaffst. Das könnte extrem frustrierend sein und die eigene Disziplin und Willensstärke in Frage stellen. Es könnte auch sein, dass du es schrecklich findest. Das wird sogar ganz sicher im Laufe einer Fastenkur der Fall sein.

Aber, wie heisst es so schön? Wer nicht wagt, der nicht gewinnt, oder? Wieso sich nicht selbst mal was zutrauen, etwas wagen und positiv denken?

Eins ist sicher: Fasten entwickelt sich meist anders als man es sich vor Beginn ausmalt und um herausfinden zu können, wie es wirklich auf auf dich wirkt, kannst du es nur selbst testen und mit großer Wahrscheinlichkeit kann es dein Leben vielleicht komplett verändern. Positiv natürlich! 

Wer einmal gefastet hat, der wird bestätigen, dass das Selbstbewusstsein durchaus gestiegen ist. Wer auf Essen verzichten kann, der ist in der Lage noch weit aus schwierigere Dinge zu meistern!

Fasten ist kein Wunder aber es kann Wunderbares für unsere Gesundheit tun. 

Auch unser Essverhalten kann sich dadurch ändern, denn man beschäftigt sich intensiver mit den Gedanken rund um Ernährung, Gesundheit und Co. Wie, was, wann, warum man bestimmte Dinge isst… Fragen, die sich für viele Menschen vorher nicht oft oder nie gestellt haben.

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